Ganzheitliche Kieferorthopädie in Hannover-Garbsen

Was ist Kieferorthopädie?

Kieferorthopädie ist die Lehre von der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen sowie deren Folgen für die Kiefergelenke und die umgebende Muskulatur. Kieferorthopädie ist auch Prophylaxe, denn durch frühzeitige Behandlungen im Milchgebiss können Zahn- und Kieferfehlstellungen im bleibenden Gebiss verhindert werden.

Wie kommt es zu Zahn- und Kieferfehlstellungen?

Viele Fehlstellungen sind genetisch bedingt und werden von den Eltern an die Kinder vererbt. Aber auch durch falsche Angewohnheiten, so genannte "Habits", können Zahn- und Kieferfehlstellungen verursacht werden.

Das häufigste "Habit" ist das Lutschen am Daumen oder am Schnuller.

Ebenso kann der frühzeitige Verlust von Milchzähnen oder bleibenden Zähnen durch Karies oder Unfälle störenden Einfluss auf die Zahnstellung und weitere Gebissentwicklung haben.

Ein nicht zu unterschätzendes Problem stellen auch Störungen im Zusammenspiel der Lippen-, Zungen- und Wangenmuskeln dar. Zähne stehen bei jedem Menschen dort, wo der auf sie einwirkende Druck durch die Lippen- und Wangenmuskulatur von außen und durch die Zunge und den Kaudruck von innen ausgeglichen ist.

So kann durch ein fehlerhaftes Schluckmuster die natürliche Entwicklung der Kiefer behindert werden, es kommt zu mehr oder weniger ausgeprägten Zahn- und Kieferfehlstellungen, die mit oder ohne Sprachstörungen einhergehen können.

Die Kenntnisse über Art, Beteiligung und Auswirkungen der von außen einwirkenden Faktoren sind in der Kieferorthopädie besonders wichtig, da bei frühzeitigem Erkennen störender Einflüsse eine wirksame Vorbeugung im Sinne einer kieferorthopädischen Prophylaxe möglich ist.

Warum Kieferorthopädie?

Für die meisten Menschen ist die Verbesserung des Aussehens der ausschlaggebende Grund, eine kieferorthopädische Behandlung durchführen zu lassen. Es gibt aber wichtige medizinische Gründe, warum die Korrektur von Zahn- und Kieferstellungen durchgeführt werden sollte:

  • Das Abbeißen und Kauen wird verbessert und die Verdauung, die mit dem Kauen anfängt, wird optimiert.
  • Zähne die eng und schief stehen, können schwerer gereinigt werden, wodurch das Kariesrisiko stark erhöht wird.
  • Werden Zähne falsch belastet, kommt es zu Schädigungen des Zahnhalteapparats und langfristig zu - vermeidbarem - Verlust der Zähne.
  • Durch schief stehende Zähne kann es zu einer Fehlbelastung des Kausystems kommen, deren Folge Schmerzen des Kiefergelenks, Verspannungen der Hals-, Nacken-, Schulter- und Rückenmuskulatur oder Kopfschmerzen sein können.
  • Als Folge einer Kieferfehlstellung kann die Nasenatmung erschwert sein. Durch die dadurch bedingte dauerhafte Mundatmung erhöht sich die Anfälligkeit für Erkältungs- und Rachenkrankheiten.
  • Bei ausgeprägter Fehlstellung der Frontzähne kann die Sprachentwicklung behindert sein, es kommt zu Sprachstörungen.
  • Stark gekippte oder gedrehte Zähne können oft nicht ordentlich prothetisch versorgt werden.

Kieferorthopädische Erstberatung - Was erwartet mich beim ersten Termin?

Der erste Termin in unserer Praxis ist in der Regel sehr zeitintensiv und findet daher möglichst immer vormittags statt. Bevor es ins Sprechzimmer geht, bitten wir die Eltern oder den erwachsenen Patienten unseren Patientenfragebogen auszufüllen. Neben den abrechnungsrelevanten Daten (Versicherter, Rechnungsempfänger,...) benötigen wir auch Informationen über mögliche Vorerkrankungen des Patienten.

Gerade Allergien und Unverträglichkeiten spielen in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle und können einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die spätere Behandlung haben. Auch die Angabe des Hauszahnarztes ist für uns wichtig, da wir an einer guten Zusammenarbeit interessiert sind und - wenn nötig - Befunde oder Behandlungsunterlagen austauschen.

Bei der Untersuchung durch den Behandler wird erfasst, welche Zähne bereits da sind, wie sie aussehen und ob und wenn ja welche Abweichungen es vom "idealen" Gebiss gibt. Falls notwendig wird eine Röntgenaufnahme erstellt (wenn bereits Röntgenaufnahmen beim Hauszahnarzt oder in einer anderen Praxis erstellt wurden, sollten diese zum ersten Termin mitgebracht werden), um mehr Informationen zu erhalten.

Nach der gründlichen Untersuchung wird der Befund mit dem Patienten oder den Eltern besprochen:

  • Liegt eine Zahn- und/oder Kieferfehlstellung vor?
  • Was sind mögliche Gründe für deren Entstehung?
  • Welche Auswirkungen hat die Fehlstellung möglicherweise für die weitere Entwicklung?
  • Gibt es Schwierigkeiten beim Sprechen?
  • Ist eine kieferorthopädische Behandlung notwendig und sinnvoll?
  • Wann ist der beste Zeitpunkt, um mit der Behandlung anzufangen?
  • Wie wird die Behandlung durchgeführt, welche Behandlungsgeräte werden benötigt und wie lange dauert die Behandlung?
  • Wie viel kostet die kieferorthopädische Behandlung und übernimmt die gesetzliche Krankenkasse bzw. die private Krankenversicherung die Kosten?
  • Was passiert, wenn nichts gemacht wird?

Die Kosten für die Erstberatung bei Kindern werden sowohl von den gesetzlichen als auch den privaten Krankenversicherungen übernommen. Eine Überweisung durch den Zahnarzt oder Kinderarzt ist nicht notwendig.

Behandlungsplanung

Soll eine kieferorthopädische Behandlung stattfinden, so müssen als Nächstes diagnostische Unterlagen erstellt werden, um eine genaue und individuelle Planung zu machen. Diagnostische Unterlagen sind Röntgenbilder, Abdrücke von den Zähnen, um Gipsmodelle zu erstellen, und Fotos.

Nach Auswertung der Unterlagen findet ungefähr 2 Wochen später ein Besprechungster- min statt. Dieser Termin ist in der Regel nachmittags. Der Befund und die Diagnose werden besprochen und die geplante Therapie vorgestellt. Die einzelnen Behandlungsgeräte werden als Modelle gezeigt und ihre Bedeutung erläutert.

Dem Patienten bzw. seinen Eltern wird erklärt, welche Mitarbeit notwendig ist, um das angestrebte Behandlungsziel zu erreichen. Mit den Eltern werden der Behandlungsablauf und auch abrechnungsrelevante Dinge besprochen und die nötigen Unterlagen mitgegeben. Termine für den Behandlungsbeginn werden erst dann ausgemacht, wenn die Kostenzusage der Krankenkasse vorliegt.

Kieferorthopädie für Kinder - Frühbehandlung 3. - 9. Lebensjahr

Immer wieder werden wir gefragt, wann es sinnvoll ist, sich bei einem Kieferorthopäden vorzustellen. Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort, da jeder Mensch anders ist. Manchmal ist es notwendig, dass schon sehr früh mit einer kieferorthopädischen Behandlung angefangen werden muss.

Diese Kinder werden in der Regel vom Kinderarzt zu uns geschickt, wenn bei einer der Vorsorgeuntersuchungen Auffälligkeiten festgestellt wurden. Manchmal sind es aber auch die Kindergärtnerinnen, denen im Vergleich mit gleichaltrigen Kindern Sprachschwierigkeiten auffallen und die dann gezielt die Eltern ansprechen.

Was sind die häufigsten Gründe, warum Kindergarten- oder Grundschulkinder einen Termin beim Kieferorthopäden brauchen:

  • Die Eltern oder Geschwister des Kindes hatten/haben eine kieferorthopädische Behandlung.
  • Die Zahnstellung des Kindes ist so auffällig verändert, dass jeder es sofort sieht.
  • Das Kind lutscht noch am Schnuller oder am Daumen und die oberen und unteren vorderen Zähne berühren sich nicht mehr.
  • Das Kind hat Milchzähne durch einen Unfall oder durch Karies verloren.
  • Das Kind atmet immer mit offenem Mund, der Mund ist dauerhaft geöffnet.
  • Das Kind spricht deutlich schlechter als seine Altersgenossen.
  • Das Kind lispelt.
  • Beim Schlucken sieht man die Zunge des Kindes.

Bei kleinen Kindern muss es nicht gleich eine Zahnspange sein. In vielen Fällen wird eine myofunktionelle Therapie bei einem Logopäden empfohlen, um den korrekten Mundschluss und die richtige Zungenmotorik spielerisch zu trainieren.

Wenn bei einem Kind durch das Lutschen am Daumen oder am Schnuller schon Verände- rungen an der Zahnstellung zu erkennen sind, kann der Kieferorthopäde hilfreiche Tipps zum Abgewöhnen des Lutschens geben oder den Schnuller durch eine Mundvorhofplatte ersetzen. Wird mit dem Lutschen zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr aufgehört, so ist häufig ein Selbstausgleich der eingetretenen Fehlbildung des Gebisses zu erwarten, das heißt, die Veränderungen der Zahnstellung verschwinden ohne weitere Maßnahmen.

Manchmal wachsen die neuen Frontzähne falsch und die oberen Frontzähne beißen hinter die unteren Frontzähne. Dadurch kann das Wachstum der Kiefer ungünstig beeinflusst werden und die Frontzähne können auch in Folge der Falschbelastung übermäßig gelockert werden, weshalb diese Zahnfehlstellung so früh wie möglich behandelt werden sollte.

Der Erhalt der Milchzähne steht bei allen Kieferorthopäden und Zahnärzten an vorderer Stelle. Manchmal gehen Milchzähne aber frühzeitig durch Karies oder Unfälle verloren. Dann ist es wichtig, dass die entstandene Lücke solange offen gehalten wird, bis der nachkommende bleibende Zahn weit genug nachgewachsen ist. In diesen Fällen werden Platzhalter eingesetzt, das sind herausnehmbare Zahnspangen die zuhause und nachts getragen werden müssen bis der neue Zahn da ist.

Wichtig: Um zum Kieferorthopäden zu gehen, braucht man keine Überweisung und sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Erstberatung bei Kindern.

Kieferorthopädie bei Jugendlichen

Die meisten kieferorthopädischen Behandlungen werden bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr begonnen, wobei sich der Beginn der Behandlung immer nach dem speziellen Problem des Einzelnen richtet.

Die früher - und leider auch heute noch - häufig vertretene Meinung, dass erst alle bleibenden Zähne da sein müssen, ist nicht richtig, da bei einigen Fehlstellungen eine kieferorthopädische Behandlung zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt beginnen muss.

In der Kieferorthopädie unterscheidet man zwischen Zahn- und Kieferfehlstellungen, wobei bei den meisten Patienten immer eine Kombination aus beiden vorliegt. Zahnfehlstellungen lassen sich am besten mit festsitzenden Zahnspangen korrigieren, da diese gezielte dreidimensionale Einzelzahnbewegungen ermöglichen.

Gesunde Zähne in einem gesunden Kiefer lassen sich ein Leben lang bewegen. Bei Patienten die "nur" Zahnfehlstellungen haben, kann es also durchaus sinnvoll sein mit dem Beginn der kieferorthopädischen Behandlung zu warten, bis alle bleibenden Zähne da sind.

Kieferfehlstellungen, wenn der Unterkiefer z.B. zu weit hinten liegt und es dadurch zu einem vergrößertem Abstand zwischen den oberen und unteren Frontzähnen kommt, lassen sich kieferorthopädisch nur während des Wachstums beeinflussen.

In diesen Fällen ist es also wichtig, dass vor Abschluss des Kieferwachstums mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen wird.

Der für die Kieferorthopädie wichtige pubertäre Wachstumsschub dauert bei allen Jugendlichen ungefähr gleich lang, da aber jeder Mensch anders "programmiert" ist, kann das Einsetzen des letzten Wachstumsschubes bei dem einen früher, bei dem anderen später stattfinden, was der Kieferorthopäde durch spezielle Diagnostik erkennen kann. Deshalb muss bei manchen Kindern bereits im Alter von 9 Jahren mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen werden, während bei anderen ein Behandlungsbeginn vor dem 13. oder 14. Lebensjahr noch nicht sinnvoll ist.

Für die Wahl des idealen Zeitpunkts um mit einer kieferorthopädischen Behandlung anzufangen, ist also nicht das Alter des Patienten ausschlaggebend, sondern der Ablauf des Zahnwechsels, das Kieferwachstum und auch die geistige Reife, da eine Behandlung nur bei guter Mitarbeit des Patienten zum Erfolg führen wird.

Wichtig: Um zum Kieferorthopäden zu gehen, braucht man keine Überweisung und sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für die Erstberatung bei Kindern.

Kieferorthopädie bei Erwachsenen

Obwohl die meisten kieferorthopädischen Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt werden, heißt das nicht, dass bei einem Erwachsenen keine Behandlung mehr möglich ist. Eine kieferorthopädische Behandlung bei einem älteren Patienten ist auch nicht risikoreicher als bei Kindern oder Jugendlichen.

Gesunde Zähne in einem gesunden Kiefer lassen sich ein Leben lang bewegen! Der einzige Unterschied liegt häufig in der Behandlungsdauer, da die Zähne sich mit zunehmendem Alter in der Regel etwas langsamer bewegen lassen. Auch können prothetische Versorgungen, wie Kronen und Brücken, eine Behandlung erschweren und dadurch die Behandlungsdauer verlängern.

Berücksichtigt werden sollte auch, dass nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung in vielen Fällen eine Erneuerung der Zahnfüllungen und Zahnprothetik durch den Hauszahnarzt notwendig wird. Die Korrektur von Zahnfehlstellungen lässt sich also bis ins hohe Alter problemlos durchführen.

Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist für diese Behandlungen vom Gesetzgeber allerdings ausgeschlossen worden. Wir bieten unseren Patienten daher die Möglichkeit einer Teilzahlungsvereinbarung an, um die finanzielle Belastung überschaubar zu gestalten. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten nur dann, wenn das im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte überprüfen Sie diesbezüglich Ihren Versicherungsvertrag.

Liegt eine Kieferfehlstellung vor, die abhängig vom Wachstum ist, so kann diese bei Erwachsenen nicht mehr allein kieferorthopädisch behandelt werden. In diesen Fällen muss das fehlende Wachstum durch eine operative Bissverlagerung ersetzt werden, man spricht von einer kombinierten kieferorthopädisch-chirurgischen Therapie mit Beteiligung von Kieferorthopäden, Zahnarzt, Kieferchirurg und Physiotherapeut.

Nach umfangreicher Diagnostik wird die Behandlung geplant und ein kieferorthopädischer Behandlungsplan der Krankenkasse zur Kostenübernahmeerklärung vorgelegt, da gesetzliche Krankenkassen bei solchen Behandlungen die Kosten anteilig übernehmen. Private Krankenversicherungen übernehmen auch in diesen Fällen die Kosten nur dann, wenn das im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte überprüfen Sie diesbezüglich Ihren Versicherungsvertrag.